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Digitalisierung von Zählerwesen und Instandhaltung aus einer Hand

Die Aziende Industriali di Lugano (AIL) bietet im Kanton Tessin plus angrenzen Regionen in der Südschweiz ihren 113.000 Kunden umfassende Energie-Dienstleistungen. 382 Mitarbeiter sorgen für eine reibungslose Versorgung mit Strom, Wasser, Wärme und Gas. 66 Prozent des Stroms stammt dabei aus erneuerbaren Energien.

52 Techniker sind in den Bereichen Bau und Instandhaltung sowie im Zählerwesen tätig. Sie wickeln jährlich etwa 40.000 Aufträge ab. Davon sind 32.000 aus dem Bereich Zählerwesen, also Ablesungen, Einbauten oder Wechsel von Geräten. 8.000 Aufträge fallen für die Instandhaltung und Inspektion der Netze an. Fünf Disponenten planen die Einsätze der Techniker und Ableser zentral von Muzzano aus, dem Hauptsitz des Unternehmens.

Digitalisierung der Einsatzplanung und Auftragsabwicklung

Um die Prozesse der Disposition und Auftragsabwicklung in der Instandhaltung und im Zählerwesen zu digitalisieren, führte AIL 2013 eine Ausschreibung für eine Field Service Management-Lösung durch. Diese sollte die bisherige manuelle Auftragsverteilung und -abwicklung ersetzen und beschleunigen. Für das Zählerwesen gab es bereits eine mobile Lösung für die Ablesung, die allerdings schon in die Jahre gekommen war. Alle anderen Aufträge im Bereich Metering sowie in der Instandhaltung planten die Disponenten bis dato direkt in SAP IS-U und in SAP PM und druckten diese dann für die Techniker aus. Die Rückmeldungen erstellten die Techniker auch auf Papier. Die anschließende manuelle Übertragung durch den Innendienst ins SAP war entsprechend fehleranfällig.

Bei der Auswahl des neuen Field Service Management-Systems spielten die Integration mit SAP und der Einsatz im Zählerwesen eine große Rolle. Deswegen fiel die Entscheidung schließlich zugunsten der mobileX, die eine spezielle Lösung für das Metering anbot. Zudem erfüllte die mobileX die Ausschreibungskriterien und bot das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Einsatz der Field Service Management-Lösung im Zählerwesen

Die Einführung der Field Service Management-Lösungen der mobileX startete im Jahr 2014 mit dem Zählerwesen, da bei AIL hier die meisten Aufträge anfallen. 2016 war der Bereich mit allen 42 Technikern und Teilzeitkräften, die die Ablesungen durchführen, produktiv. Eine Besonderheit bei der AIL ist, dass viele der Schlüssel der Kunden für Ablesungen bei der AIL vorliegen. Deswegen werden diese Aufträge auch meist erst am Vortag geplant. Komplexere Aufträge wie ein Zählertausch werden von den Technikern ausgeführt und etwa eine Woche vorab geplant. Bisher sind bei den Kunden der AIL 8.500 Smart Meter im Einsatz. Diese werden zum Teil auch schon fernausgelesen. Nach dem Gesetz müssen bis Ende 2027 80 Prozent aller analogen und digitalen Zähler in der Schweiz durch Smart Meter ersetzt werden.

Die Disponenten im Bereich Zählerwesen planen seit 2016 alle Aufträge für Ablesungen sowie Zählerwechsel, Ein- und Ausbauten in dem Dispositionstool mobileX-Dispatch. Über die Tourenoptimierung können sie die Aufträge der Techniker und Ableser in eine sinnvolle Reihenfolge bringen und somit möglichst kurze Lauf- und Fahrwege planen.

Ihre Aufträge erhalten die Kollegen nun in der mobilen Lösung mobileX-MIP for Metering auf ihren Android Tablets. Darüber erfassen sie auch die Zählerstände und erstellen die Rückmeldungen, die dann direkt zurück ins Backoffice übertragen werden. Auch das Techniklager für die Zähler wird in der mobilen Lösung digital abgebildet. Für Rückmeldungen von Zählerwechseln sowie Ein- und Ausbauten findet vor der Verbuchung in SAP noch eine Kontrolle über das sogenannte Confirmation Center statt. Dies ist eine Zwischeninstanz, in die nach bestimmten Kriterien Rückmeldungen ausgesteuert und vom Innendienst überprüft werden können. Damit lassen sich aufwändige Stornierungen von Fehlbuchungen in SAP vermeiden.

Optimierung der Instandhaltungsprozesse

Der Rollout der digitalen Einsatzplanung und Auftragsabwicklung im Bereich Bau und Instandhaltung begann im Jahr 2019 mit der Sparte Strom. Hier geht es um regelmäßige Kontrollen von Anlagen wie Verteilerkästen, Trafostationen oder Netzanlagen, die nun über die Dispositionslösung geplant und verteilt werden. Für die Bearbeitung von Wartungsplänen kommt dabei das Modul Dynamische Formulare, eine Erweiterung für mobileX-MIP for Field Service, zum Einsatz. Darüber können die Techniker Checklisten und Formulare auf ihren Laptops digital bearbeiten. Wie ihre Kollegen im Zählerwesen erhalten sie ihre Aufträge nun in der mobilen Lösung und erstellen auch ihre Rückmeldungen darüber.

Fazit: Verbesserung der Transparenz und Datenqualität

Nach fünf Jahren produktivem Einsatz zieht Giorgio Buzzi, Program Manager bei der AIL, folgendes Fazit: "Der Einsatz der Dispositionslösung hat die Transparenz in der Planung deutlich verbessert. Die Techniker müssen nun nicht mehr ins Büro kommen, um ihre Aufträge abzuholen. Durch die mobile Lösung und die Digitalisierung von Dokumenten sowie die Kontrolle durch das Confirmation Center ist die Qualität unserer Daten außerdem merklich gestiegen."

Ausblick

AIL bereitet aktuell die Einführung der mobileX-Lösungen auch für die Sparten Gas und Wasser vor. Nach dem kompletten Rollout in allen Sparten sollten zukünftig auch ungeplante Vorgänge wie Störungen mit der mobilen Lösung abgewickelt werden. Des Weiteren ist die Einführung der mobilen App mobileX-CrossMIP für den Bereich Instandhaltung in Planung.