Open Grid Europe

Open Grid Europe mit Sitz in Essen ist mit einem Leitungsnetz von rund 12.000 Kilometern einer der großen Fernleitungsnetzbetreiber in Europa. Rund 1.650 Mitarbeiter sorgen für einen sicheren, umweltschonenden und kundenorientierten Gastransport. Zu den Kerntätigkeiten zählen neben dem kompletten Prozess von der Planung bis zum Bau von Gasleitungen auch der Betrieb des Leitungssystems mit Wartung und Instandhaltung sowie das Management und die Vermarktung von Transportkapazitäten. Im Bereich des Netzbaus und der Instandhaltung arbeiten deutschlandweit mehr als 500 Techniker im Außendienst von Open Grid Europe.

Pro Jahr fallen etwa 60.000 Aufträge aus den Bereichen der geplanten Instandhaltung, der Störungsbeseitigung oder des Netzbaus an. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Inspektion, Funktionsprüfung und Wartung von Gashochdruckleitungen, Gasdruck-Regel und -Messanlagen und Verdichterstationen. Für Störungen und Notfälle steht rund um die Uhr ein Bereitschaftsdienst zur Verfügung, der über die zentrale Meldestelle für das 24/7-Störungsmanagement koordiniert wird.

Eine Gasanlage, die von Open Grid Europe gewartet wird.

Migration auf zeitgemäße, mobile Lösung

Um auf Informationen zu ihren Aufträgen aus SAP PM von unterwegs zuzugreifen und ihre Rückmeldungen zu erstellen und an das Backoffice zu übermitteln, nutzten die Techniker bis 2014 eine Eigenentwicklung auf Basis von Visual Basic und Access, die über iDocs mit SAP PM kommunizierte. Nach der Ablösung von Windows XP gab es keine Möglichkeit mehr, diese Anwendung weiter zu entwickeln beziehungsweise eine Kompatibilität mit Windows 7 herzustellen.

Bereits seit 2010 begann OGE mit der Suche nach einer neuen Lösung, die offline-fähig sein und mindestens den Funktionsumfang der alten mobilen Lösung bieten sollte. Die Wahl fiel schließlich auf mobileX-MIP for Field Service von der mobileX AG. Ausschlaggebend dafür waren die Unterstützung von CATS für die Zeitrückmeldungen, das Anwendungsdesign und die Erweiterung Dynamische Formulare.

Im Februar 2014 begann die Migration auf mobileX-MIP for Field Service zunächst mit einem Piloten. Von Juni bis Oktober 2014 erfolgte dann der stufenweise Rollout von MIA (Mobile Instandhaltung von Anlagen) – so der interne Projektname – auf alle Techniker. Nach vier Stunden Schulung konnten die Techniker bereits mit der neuen Lösung arbeiten. Zur Motivation der Kollegen trug zudem bei, dass sie das System von unterschiedlichen Rechnern aus nutzen können oder schnell und einfach eine neue Version installieren können, wenn zum Beispiel ein Gerät ausfällt, ohne dass dabei Daten verloren gehen.

Gebietsweise Disposition von Aufträgen

Die etwa 80 Disponenten von OGE sind auf 50 Niederlassungen im gesamten westdeutschen Raum verteilt. Die Zuordnung der Aufträge auf die jeweiligen Techniker erfolgt nach Regionen. Das hat auch den Hintergrund, dass im Störungsfall bei Gasaustritt ein Techniker innerhalb von 30 Minuten am Einsatzort sein muss. Die Techniker erhalten von den Disponenten jede Woche in mobileX-MIP for Field Service eine aus SAP PM generierte Liste mit geplanten Aufträgen zur Wartung und Instandhaltung. So hat jeder Techniker einen Vorrat von bis zu 100 Aufträgen auf seinem HP Elite Book, deren Abarbeitung er selbst einteilen kann. Störungen werden von der zentralen Meldestelle aus koordiniert und an den zuständigen Techniker vor Ort weitergeleitet.

Durch die Offline-Fähigkeit der mobilen Lösung haben die Techniker auch im Funkloch stets Zugriff auf alle relevanten Informationen zum Auftrag beziehungsweise können Daten erfassen, die dann bei der nächsten Synchronisation automatisch übernommen und an SAP PM übermittelt werden.

Auch ihre Arbeitszeiten melden die Techniker über mobileX-MIP for Field Service zurück. Diese Daten werden dann an SAP CATS, das anwendungsübergreifende Arbeitszeitblatt, übermittelt. Dabei können sie auch Kollegenrückmeldungen vornehmen. Wenn zum Beispiel drei Techniker eine Funktionsprüfung an einer Gashochdruckleitung durchführen, trägt einer von ihnen die Zeiten für sich und seine zwei Kollegen ein. Um Fehler bei der Verbuchung in SAP zu vermeiden, erfolgt vorab eine Prüfung der Daten nach vorgegebenen Regeln. Bei Unregelmäßigkeiten wird der Zuständige per Mail informiert und die Daten dann in CATS korrigiert.

Auch den Verbrauch von Material aus dem Fahrzeuglager können die Techniker über mobileX-MIP for Field Service dokumentieren und verbuchen. Das umfasst sowohl bereits im Auftrag verplantes, größeres Material sowie ungeplantes Material, das sie vor Ort benötigen. Die Nachbestellung von Material erfolgt automatisch in MM, wenn bestimmte Mindestmengen unterschritten sind.

Fazit

 

Mit der der Einführung von mobileX-MIP for Field Service haben wir nun eine zukunftssichere, mobile Lösung für unsere Techniker, die auf jeden Fall Vorteile in der Usability im Vergleich zu unserer alten Lösung bietet. Zudem ist die Erweiterung Dynamische Formulare für uns ein sehr wichtiges Feature, da wir damit unsere bestehenden Papierformulare digitalisieren und anschließend dynamisch verändern und erweitern können. Dies bietet uns ein großes Potenzial, was die Verbesserung der Datenqualität und Kosteneinsparungen bei der Datenerfassung betrifft. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist, dass keine Daten mehr verloren gehen, wenn mal ein Rechner defekt ist, da sie auf dem mobileX-MIP Server gespeichert sind

Ausblick

Seit der Migration auf die Version 4.2 von mobileX-MIP for Field Service im Dezember 2015 nutzt Open Grid Europe ein erstes elektronisches Formular zum Ausfüllen von Messwerterfassungslisten. Bis 2020 sollten die derzeit bestehenden 400 Papierformulare für Prüfungen von Anlagen auf eine überschaubare Anzahl zusammengeführt und digitalisiert werden. Dies stellt einen weiteren, wichtigen Schritt in der konsequenten Digitalisierung der Prozesse der Instandhaltung bei Open Grid Europe dar.

Bildquelle: www.open-grid-europe.com

Die Open Grid Europe GmbH (bis Ende August 2010 E.ON Gastransport GmbH) mit Sitz in Essen ist ein Fernleitungsnetzbetreiber für Erdgas. Open Grid Europe betreibt in Deutschland das größte Fernleitungsnetz mit einer Länge von rund 12.000 km, u.a. über seine Beteiligungen an den Pipelines MEGAL, TENP, NETRA, DEUDAN, etc. Open Grid ist Teil des Marktgebiets NetConnect Germany.

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