Ratgeber Business-App-Entwicklung: Teil 2

Im ersten Teil unseres Ratgebers ging es um die Themen mobile Plattformen, Zukunftssicherheit der Entwicklungssysteme und Entwicklungskosten. Der zweite Teil beleuchtet nun die Aspekte Sicherheit, Offlinefähigkeit, Anwenderorientierung, Bereitstellung und Updates. 

Die erfolgreiche Entwicklung einer Business-App erfordert vorab eine genaue Analyse der Zielgruppe. 

Sicherheit

Der Schutz sensibler Daten auf mobilen Geräten außerhalb eines Unternehmensnetzwerks sollte bei der Entwicklung von Business-Apps eine wichtige Rolle spielen. Dabei gilt es, das mobile Endgerät selbst und die Datenübertragung zwischen Endgerät und Server entsprechend zu sichern. Die Datenübertragung zwischen dem Endgerät und dem Server sollte dabei verschlüsselt erfolgen. Die Authentifizierung gegenüber den Server sollte über entsprechende Methoden, wie zum Beispiel über ein token-basiertes Verfahren erfolgen, so dass eine Speicherung von Passwörtern am mobilen Client nicht notwendig ist.

Auch der Einsatz von MDM-Lösungen kann sinnvoll sein, da diese in der Regel eigene Security-Container mitbringen und darüber hinaus die Möglichkeit bieten, Geschäftsanwendung und -daten von den persönlichen Daten des Anwenders zu trennen.

Offlinefähigkeit

In vielen Kundenszenarien ist die Offline-Fähigkeit von Business-Apps immer noch essentiell. In Branchen wie beim mobilen Einsatz von Servicetechnikern müssen Apps auch an Orten ohne Mobilfunknetz, wie zum Beispiel im Keller oder im Aufzugschacht, funktionieren. Die speicherbare Datenmenge in einem Web-Browser ist in der Regel auf einige Megabyte begrenzt und daher nicht geeignet, wenn große Datenmengen offline vorgehalten werden müssen. Die Offline-Fähigkeit der Anwendung erhöht jedoch deutlich deren Komplexität, da sie geeignete Schnittstellen und Protokolle für den Datenaustausch und -zugriff erfordert.

Anwenderorientierung

Der Erfolg einer Business-App steht und fällt mit der Nutzerakzeptanz. Eine ansprechende, intuitive Benutzeroberfläche spielt dabei eine große Rolle. Deswegen sollten Unternehmen die Endanwender so früh wie möglich bei der Entwicklung miteinbeziehen. Tests mit Endanwendern auf Basis von (Klick-)Prototypen stellen dabei ein geeignetes Mittel dar, um UI- und UX-Konzepte schon in einem frühen Stadium zu verifizieren und zu verfeinern. Um die Akzeptanz der App direkt bei den Anwendern zu messen und zu verbessern, lohnt es sich, über den Einsatz von User Feedback Tools, wie z.B. Helpshift oder Apptentive, nachzudenken. Live-Messaging mit Endanwendern, automatisierte Umfragen, Tracken von bestimmten Funktionen, FAQs und Dashboards können dazu beitragen, die Qualität der App und somit die Zufriedenheit der Anwender nachhaltig zu steigern.

Bereitstellung und Updates

Die Bereitstellung der Business-App orientiert sich vor allem an der Zielgruppe, für die Unternehmen einen unbeschränkten oder beschränkten öffentlichen Zugriff oder nur einen internen Zugriff ermöglichen können. Eine öffentliche Distribution über den Apple App Store, Google Play Store oder Windows Store erfordert dabei einen Zertifizierungsprozess, der bis zu zwei Wochen dauern kann. Damit erschwert sich für Unternehmen der Prozess, schnell Updates für Bugfixes oder neue Funktionen bereitstellen zu können.

Im Falle von hybriden Apps, müssen der Rollout und Updates des nativen Teils (Container) auf die Endgeräte im Unternehmen selbst entweder manuell oder über ein MDM-System durchgeführt werden. Die eigentliche Anwendung in Form von JavaScript-Code kann dann per „Hot-Code-Push“ automatisch aktualisiert werden. Für die Nutzung einer Business-App auf iOS benötigt ein Unternehmen zudem ein Enterprise-Zertifikat von Apple.

Fazit

Die erfolgreiche Entwicklung einer Business-App erfordert vorab eine genaue Analyse der Zielgruppe und Anforderungen, um anschließend die richtigen Entscheidungen im Hinblick auf (Entwicklungs-)Technologien und UI-Konzepte zu treffen. Neben ausreichend Zeit verschiedene Konzepte in der Entwicklung zu evaluieren und zu testen, ist eine kontinuierliche Einbindung der Endanwender ein Schlüssel zum Erfolg.

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